Sanierung und Umnutzung des Fernsemmer-Huses in Scheffau im Allgäu

Einleitendes

Am 18.02.2017 veranstaltete die informelle Denkmalschutz-Initiative-Westallgäu eine Exkursion nach Scheffau im bayrischen Landkreis Lindau, um dort vom Hausbesitzer dem Archäologen der klassischen Antike, Steinmetzmeister und Unternehmer Dr. Michael Pfanner eine Führung durch das von ihm als Bauherren von 2012 bis 2016 sanierte Fernsemmer-Hus zu erhalten.

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Abb. 1: Mitglieder der informellen Denkmalschutz-Initative-Westallgäu stehen mit Michael Pfanner (rechts im Bild) vor dem Eingang zum Dorfladen, der im Fernsemmer-Hus im Rahmen der Umnutzung integriert wurde, zweiter von rechts der Archäologe, Restaurator und Modelbauer Dr. Hermann Scharpf (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Kurze Geschichte des Fernsemmer-Hus

Bisher konnte die Baugeschichte des Fernsemmer-Huses anhand den Archivquellen nur bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Klar ist, dass das Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert nachweislich als Gasthaus mit angeschlossenem landwirtschaftlichem Betrieb genutzt wurde. Es handelte sich hierbei um das Gasthaus zum Löwen. Aufgrund der Nutzungskontinuität von Gebäuden, die bis zum Ende des Lehenswesens im Jahr 1849 gegeben war, und die sich aus dem Lehensrecht und den an die zumeist gleichbleibenden, an die Lehenhäuser gebundenen Gerechtigkeiten ableitet, wozu auch das Schankrecht, Beherbergungsrecht etc. zählen, lässt sich mit großer Sicherheit annehmen, dass das Fernsemmer-Hus bereits im 18. Jahrhundert Gasthaus war.

 

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Abb. 2: Philipp Scheitenberger im Frühjahr 2017 bei der Entnahme von Dendroproben an einer Blockwand im Fernsemmer-Hus (Foto: Hermann Scharpf 2016).

Was die Datierung des überlieferten Baubestandes des Fernsemmer-Huses anbetrifft, so legen die Ergebnisse einer dendrochronologischen Datierung an den Hölzern der Blockbaukonstruktion des Gebäudes, die von Philipp Scheitenberger im Frühjahr 2017 durchgeführt wurde, nahe, dass das Haus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Eine mit einem Baudatum versehene Spolie, die vom Vorbesitzer beim Abriss eines landwirtschaftlich genutzten Gebäudeteils des Hauses zum Vorschein kam, legt eine Erbauung des Fernsemmerhuses in Verlauf des Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nahe.

Anhand vertiefender dendrochronologischer Untersuchungen sollen Ende 2018 genauere Daten zum Baualter des Hauses ermittelt werden.

Der erste Eindruck von außen

Steht man heute vor dem sanierten Fernsemmer-Hus erblickt man ein massiges, gedrungenes und trotzdem sehr klar in den Proportionen erscheinendes ehemaliges Gasthaus an zentralem Platz nahe der Kirche im Dorf Scheffau. Das Gebäude gliedert sich dabei harmonisch in den gut erhaltenen und unter Ensembleschutz stehenden Ortskern von Scheffau ein.

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Abb. 3: Das Fernsemmer-Hus in Scheffau (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Auf das an alten Stellen graue und an erneuerten Stellen hellbraune Schindelkleid des Gebäudes, das auch auf den von der Straße aus sichtbaren Klebdächern der Nord- und Westfassade anliegt, warf an diesem Tag die spätwinterliche Februarsonne ihr schrägeinfallendes Licht, und gab dem Haus bereits von außen eine Ausstrahlung von Wärme, Behaglichkeit und sonnenmalerischer Harmonie. Mit seinem silbrigen Blechdach und seinem hölzernen Schuppenkleid schmiegt sich das „Fernsemmer-Hus“ beinahe wie eine auf dem warmen Fels liegende Bergeidechse in den Ort Scheffau. Zumindest aus dem Blickwinkel dieses schönen sonnigen Tages scheint dieser Vergleich durchaus berechtigt.

Noch bevor der Hausherr kam zogen die Schindelfassade und die Hohlkehlen der Klebdächer die Aufmerksamkeit unserer Exkursionsgruppe auf sich.

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Abb. 4: Foto Klebdächer und Hohlkehlen, Walzblei etc. (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Der Hausherr kommt – Beschau und Erläuterungen von außen

Als Herr Pfanner beim Fernsemmer-Hus eintraf, begrüßte er uns sehr herzlich, und begann sogleich mit seiner Führung. Während des folgenden Ganges um das Haus erläuterte er uns einige Details zur Fassadensanierung.

So legte Herr Pfanner bei der in Stand Setzung der geschindelten Fassad Wert darauf nur die Flächen des Schindelschirms zu ersetzen, die hinsichtlich ihres Zustandes nicht mehr erhalten werden konnten. Dies betraf auch einen Bereich des Schindelschirms im Obergeschoss des Gebäudes. Hier wurde ein Teil der Schindeln aufgrund des Einbaus eines in die darunterliegende Blockwand eingelassenen Stahlträgers zur statischen Sicherung der Giebelwand entfernt und hiernach durch Anbringung neuer Schindeln renoviert. Diese Art der Sanierung ist der Grund für die zwischen grau und braun changierende Farbe der Fassade des Fernsemmer-Huses, die dem Betrachter ein solch lebendiges und malerisches Bild bietet.

Im Bereich der Stoßkanten des Schindelschirms an Fassade und Klebdächern wurden zur Abhaltung von Schlagregen an den Gehrungsfugen aus Walzblei gefertigte Blechverwahrungen aufgenagelt. Walzblei wird häufig am Bau für steinerne Fensterbänke etc. als Wetterschutzabdeckung verwendet. Hier scheint wohl technisches Wissen aus dem Steinmetzberuf durch den erfahrenen Steinmetzmeister Pfanner Eingang in die Umsetzung der Fassadensanierung gefunden zu haben.

Auch am Haus Walser in Kißlegg konnte am Baubestand beobachtet werden, dass sich an historischen Gebäuden häufig in der technischen Umsetzung von Baudetails handwerklich-materielle Praktiken aus dem Handwerkszweig des Hausbesitzers wiederfinden lassen. So wurden am Haus Walser beispielsweise von den hier ansässigen Spenglern viele Bauteile, Baudetails und Reparaturteile aus Blech angefertigt.

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Abb. 5: Detail der Fassade des Fernsemmer-Hus (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Die gebogenen Bretter der Hohlkehlen unterhalb der Klebdächer des Fernsemmer-Huses waren vor der Sanierung weitestgehend verfault, so dass diese Hohlkehlen bis auf einen kleinen Teilbereich aus neuen Brettern gefügt und als Verwahrung angebracht werden mussten. Anschließend wurde darauf wieder das anhand eines Befundes rekonstruierte Dekorband aufgemalt.

Im Rahmen der Fassadensanierung wurden auch die Fenster des Obergeschosses durch handwerklich hergestellte Neuanfertigungen nach historischem Vorbild ersetzt.

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Abb. 6: Eingang des Dorfladens des „Fernsemmer-Hus“ (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Im Hinblick auf die einstige Nutzung eines Teils des Fernsemmer-Hus als Bäckerei, wurde im ehemaligen Verkaufsraum der Bäckerei ein Dorfladen eingerichtet, in dem man heute nicht nur Dinge für den alltäglichen Bedarf einkaufen kann, sondern auch die Dorfgemeinschaft Scheffaus einen Ort des alltäglichen, geselligen Beisammenseins wiedergefunden hat.

Insgesamt war es Michael Pfanner sehr wichtig im Fernsemmer-Hus aufgrund seiner öffentlichen Bedeutung für die Ortschaft nach der Sanierung auch eine Nutzung durch die Bewohner des Dorfes zu ermöglichen. So werden im Haus heute regelmäßig Veranstaltungen wie etwa Faschingsbälle und ähnliches abgehalten.

Gleichzeitig nutzt Herr Pfanner das Haus jedoch auch privat. Somit Verschränken sich im Haus private und öffentliche Nutzung, was für die Dorfgemeinschaft in Scheffau einen Mehrwert darstellt. Herr Pfanner war diese Öffnung des Hauses für die Bewohner von Scheffau bei seinen Überlegungen zur Umnutzung des Gebäudes ein sehr wichtiger Gesichtspunkt.

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Abb. 7: Der Brunnen des Fernsemmer-Hus (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Da auf dem alten Haus ein Brunnenrecht lag wurde von Michael Pfanner im westlichen Hofbereich des Fernsemmer-Hus ein Brunnen aufgestellt für den er als figürliches Element eine Büste anfertigte. Inspiriert wurde er dabei von den Scheffemer, den Stammahnen der Ortschaft Scheffau.

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Abb. 8: Nördliche Traufseite mit Eingang des Fernsemmer-Hus (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Auf der nördlichen Traufseite des Fernsemmer-Hus befindet sich der zur Straße hin gelegene Haupteingang des Gebäudes, der im Rahmen der Sanierung mit einem geschindelten Dächlein versehen wurde. Die Gehrungen des Dächleins wurden wie bei den Klebdächern mit Walzblei abgedeckt. Auf der geschindelten Fassade der Nordseite des Hauses wurde ein beschriftetes Schild angebracht, das Passanten oder Besucher des Gebäudes kurz über die einstige Nutzung des Bauwerks informiert.

Im Erdgeschoss

Über die Türe der nördlichen Traufseite betritt man nun den Quer zur Firstlinie verlaufenden Flur des Gebäudes, was deutlich macht, dass es sich hierbei um ein Querflurhaus handelt, wie sie beispielsweise auch in der Umgebung von Kißlegg anzutreffen sind.

Südlich an den Querflur schließt sich die Küche an,  wo sich an der Ostwand der aus Stein gehauene und in die Bruchsteinmauer eingelassene Waschstein befindet. Das Spülwasser wird hierbei über einen Mauerdurchbruch direkt nach draußen geleitet. Südlich neben dieses alte Spülbecken wurde im Rahmen der Sanierung ein neues Edelstahlbecken gesetzt, somit das neue Nutzungselement am Ort der alten Nutzung platziert und hierdurch die Wahrung des historischen Bau- und Ausstattungsbestandes des Gebäudes erreicht. Der Einbau des neuen großen Waschbeckens war nötig, da im Rahmen der Abhaltung von größeren Veranstaltungen im Haus in der Küche ausgeprägterer Betrieb herrscht, und somit auch die Anbringung eines hierfür adäquat nutzbaren Spülbeckens notwendig war.

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Abb. 9: Die Küche im Erdgeschoss des Fernsemmer-Huses mit neuem Waschbecken und altem Waschstein (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Der historische Zustand der ehemaligen Wirtsstube des Fernsemmer-Huses ist trotz einiger restauratorischer Maßnahmen nicht verändert worden. Die Authentizität der historischen Oberflächen der Möblierung und der Vertäfelung etc. wurden hierbei weitestgehend erhalten. Inzwischen wird der Raum seiner ehemaligen Nutzung entsprechend bei Festen und Veranstaltungen als Gast- und Schankraum genutzt.

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Abb. 10: Die Nordwestecke der Wirtsstube im Erdgeschoss des Fernsemmer-Huses (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Im Obergeschoss

Im ersten Obergeschoss des Hauses befindet sich ein Festsaal, der im Rahmen der Sanierung ebenfalls restauriert wurde und heute entsprechend seiner einstigen Zweckbestimmung weitergenutzt wird. Hier wurde die abgehängte Scheinkassettendecke erneuert.

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Abb. 11: Blick in den Festsaal im Obergeschoss des Fernsemmer-Hus (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Im Rahmen von Befunduntersuchungen an den Wänden des Festsaals freigelegte Schablonenmalereien, die voraussichtlich aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammen, wurden im Verlauf der Sanierung des Gebäudes wieder rekonstruiert. Sie bieten für die Gäste des Fernsemmer-Huses eine reizvolle Umgebung um hier zu feiern und sind ein schöner Hintergrund für die vielfältigen Kunstgegenstände die Michale Pfanner im Festsaal und weiteren Gebäudeteilen als die Sinne anregende Zutaten platziert hat.

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Abb. 12: Im Festsaal des Fernsemmer-Huses ausgestellte Skulptur, im Hintergrund die im Text erwähnte Schablonenmalerei (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Zur Beheizung des Festsaales wurde an einer Innenwand ein Holzofen angebracht. Da aufgrund von Brandschutzbestimmungen am Bau Vorkehrungen zur Feuersicherheit getroffen werden mussten, brachte Michael Pfanner im Bereich der Holzvertäfelung hinter dem Ofen Sandsteinplatten an, die so angefertigt wurden, dass sie sich harmonisch in den Baubestand einfügen, also formell-gestalterisch an das Täfer angepasst wurden.

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Abb. 13: Michael Pfanner steht vor dem Holzofen im Festsaal und erläutert Details zur Sanierung des Fernsemmer-Huses (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

So wurde beispielsweise der horizontale Verlauf einer Holzleiste des Täfers im Sandstein weitergeführt. Diese partielle, gestalterische Anpassung der Sandsteinplatte an das Täfer wurde auch durch die Vergoldung einer Fase an der Sandsteinplatte deutlich gemacht, was hierdurch die Vergoldung am Täfer fortführt. Die aus denkmalpflegerischer Hinsicht notwendige Abhebung neuer baulicher Hinzufügung vom historischen Baubestand wird hier durch die materielle Grenze zwischen dem Holz des Täfers und dem Sandstein der Feuerverkleidung gelöst. Trotzdem werden an der steinernen Feuerverkleidung formell-gestalterische Elemente der Holzvertäfelung in Stein zitiert und somit der bauliche Gesamteindruck des Täfers visuell erhalten.

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Abb. 14: Detail der Steinverkleidung im Täfer im Festsaal des fernsemmer-Hus (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Ein ehemaliger Tanzsaal im zweiten Obergeschoss des Fernsemmerhuses wurde ebenfalls behutsam restauriert. Heute werden in diesem Raum unter anderem Konferenzen abgehalten. Wie in den übrigen Teilen des Gebäudes zeigt sich auch hier in der Ausstattung durch Kunstgegenstände Michael Pfanners ausgeprägter Kunstsinn. Im Tanzsaal befindet sich auch eine Bühne. Sie wurde im Rahmen der Sanierung anhand von befunden im Raum rekonstruiert, und ehemals beispielsweise zur Darbietung von Theaterstücken etc. genutzt. Heute findet der Neubau der Bühne wieder Verwendung im Rahmen von Veranstaltungen und Feierlichkeiten.

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Abb. 15: Der ehemalige Tanzsaal des Fernsemmer-Huses im zweiten Obergeschoss wird heute als Konferenz-Raum genutzt, hier wurde eine abgegangene Bühne rekonstruiert (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Aufgrund von Gebäudesetzungen entstandene Risse am Verputz der Wände des Tanzsaals, wurden restauriert, jedoch hierbei der durch die Gebäudesetzung entstandene Versatz an der Wandmalerei sichtbar gelassen. Hierdurch wird dieser Teil der baulichen Entwicklungsgeschichte des Gebäudes erhalten.

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Abb. 16: Detail an der Wandmalerei im ehemaligen Tanzsaal des zweiten Obergeschosses, an Versatz in der Wandmalerei lässt sich eine einstige Setzung des Gebäudes nachvollziehen (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Im Dachgeschoss

Das Dachgerüst des Fernsemmer-Huses wurde in seinem historischen Bestand erhalten und durch Hinzufügung von stützenden Holzkonstruktioen statisch ertüchtigt. Dies war unter anderem auch deswegen notwendig geworden, da auf der überlieferten alten Blechdeckung des Daches ein neues Blechdach angebracht wurde, und somit hierdurch mehr Auflast auf das Dachgerüst eingebracht wurde, was eine statische Ertüchtigung des Dachstuhles erforderlich machte.

Hiermit konnte jedoch die historische Blechdeckung des Fernsemmer-Huses mit ihren technisch-materiellen Eigenschaften und ihrer historischen-Authentizität erhalten werden.

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Abb. 17: Statisch ertüchtigtes Dachgerüst des Fernsemmer-Huses im Bereich des Hängewerks oberhalb des Tanzsaales (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Im Keller

Im Keller des Fernsemmer-Huses richtete Michael Pfanner eine Sauna mit Sanitärbereich ein, die auch von den Dorfbewohnern genutzt werden kann. Im kalten Allgäuer Winter findet sich hier ein warmes Plätzchen, an dem es sich gut aushalten lässt und man sich von den körperlichen Strapazen der kalten Jahreszeit erholen kann.

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Abb. 18: Ein Teilbereich der Sauna in einem Gewölbekeller des Fernsemmer-Huses (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Beurteilung der Sanierung und Umnutzung

Die Umnutzung und Sanierung des Fernsemmer-Huses ist ein Vorzeigebeispiel für die bauliche Inwertstellung und Nutzbarmachung leerstehender Denkmäler in Ortskernen im Allgemeinen und für das Westallgäu im Speziellen.

Das von Michael Pfanner und den beteiligten Handwerkern bei der Sanierung dieses alten Gasthauses an den Tag gelegte Einfühlungsvermögen in den historischen Baubestand und das große Interesse des Erhalts der historischen Bausubstanz des Fernsemmer-Huses ging hierbei einher mit sehr sensibel umgesetzten baulichen Hinzufügungen und Ertüchtigungen, die der adäquaten Wiedernutzbarmachung und statischen Sicherung des Gebäudes geschuldet waren.

Neben dieser denkmalpflegerischen Komponente lässts sich die Umnutzung und Sanierung des Fernsemmer-Huses jedoch auch auf der sozialen, die Dorfgemeinschaft Scheffaus betreffenden Ebene als sehr gelungenes Projekt ansehen, da das Haus einerseits in der privaten Nutzung von Michale Pfanner steht, jedoch andererseits auch für die Bewohner des Dorfes seiner ursprünglichen Funktion als Gasthaus und Einkaufsladen entsprechend wieder erschlossen und geöffnet wurde.

Durch die Ausstattung des Fernsemmer-Huses mit vielseitigen und reizvollen Kunstwerken bietet Michael Pfanner zudem den Bewohnern des Dorfs im Haus eine musisch-künstlerisch inspirierende Umgebung, was der Seele des ein oder anderen Gastes im Haus sicher auch sein Gutes tut, da hier das Auge des Betrachters für das Schöne in der Kunst geöffnet wird, das sich hierbei harmonisch mit dem historischen Baubestand des Gebäudes verbindet. So findet man als Besucher im Fernsemmer-Hus nicht nur sein zu Hause in einem vorbildlich sanierten denkmalgeschützten Gasthaus, sondern auch in einem Musentempel und dem Haus eines großen Allgäuer Archäologen und Handwerkers.

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Abb. 19: Das Fernsemmer-Hus in Scheffau (Foto: Philipp Scheitenberger 2016).

Aus gutem Grund wurde die Sanierung des Fernsemmer-Huses vom Bezirk Schwaben, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem Bayerischen Denkmalamt durch die Verleihung von Preisen als besondere Leistung gewürdigt.

 

Autor: Philipp Scheitenberger

Veröffentlicht am 01.11.2018

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